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Von Hue nach Hoi An

Zuallererst eine kleine Zusammenfassung des Kreditkartendramas, das sich nun endlich erledigt hat:
Als ich zurück in Hanoi war, hab’ ich sie tatsächlich wiederbekommen und gestern Abend hier in Hue am ATM erneut versucht Geld abzuheben. Wie hätte es anders sein sollen: Die Karte ist schon wieder stecken geblieben und ich musste nachdem ich bei der Bank angerufen hatte, ewig auf den „ATM-Öffner“ warten,er sie für mich herausgeholt hat. Dem ATM nicht mehr vetrauend, bin ich zu einem anderen gelaufen und hab frohen Mutes von vorne begonnen. Ihr könnt es euch sicher denken was passier ist: Sie ist zum dritten mal stecken geblieben. Zu spät für den netten Vietnamesen mit dem Glücksschlüssel (es gibt hier scheinbar nur einen, der für alle Banken zuständig ist) musste ich heute morgen zur International Bank, dort auf ihn warten und mit ihm zusammen zum ATM fahren. Er hat schon von Weitem gelacht als er mich gesehen hat und gefragt ob er jetzt noch öfter das Vergnügen hätte. Eingesehen, dass meine Kreditkarte hinüber ist, hab’ ich in den sauren Apfel gebissen und für gefühlte drei Trillionen Gebühren mit meiner EC-Karte genug Geld für den Rest der Reise abgehoben.

Nach einem Dankeschön-Kaffee für den Kartenretter, bin ich mit einem der schönen Drachenboote zur Thien Mu Pagode, einem der Wahrzeichen von Hue, gefahren. Sie wurde 1601 von einem der Fürsten gegründet und erbaut weil ihm ständig eine alte Frau im Traum erschienen ist und erklärt hat, dass diese Stelle magische Kräfte habe und durch eine Pagode markiert werden solle. Der Ort ist wirklich wunderschön, direkt am Fluss und mit Aussicht auf die weit entfernten Berge. Witzig war, dass gerade als ich am Mönchs-Haus vorbei kam, die „Kleinen“ sich unter Aufsicht die Haare abrasiert haben und sich so für das anstehende öffentliche Abendessen vorbereitet haben.

Anschließend ging es weiter zu den Kaisergräbern, die etwas weiter außerhalb liegen. Elf der dreizehn Ngyuen-Kaiser sind in sieben großen Grabanlagen beigesetzt und die meisten haben ihre Anlagen noch zu Lebzeiten jahrelang geplant und gebaut. Tu Duc hat sich beispielsweise immer wieder in seine spätere Grabanlage zurückgezogen, um sich dort seinem Weltschmerz hinzugeben und furchtbar melancholische Gedichte zu verfassen. Weil ich nicht mehr so viel Zeit hatte war dies auch die einzige Grabanlage, die ich gesehen hab’.

Im Prinzip sind aber sowieso alle ähnlich aufgebaut: Ein zentraler Tempel zu Ehren des Herrschers und seiner ersten Frau, Nebengebäude für die Konkubinen, die nach dem Tod des Kaisers eine Weile dort leben mussten, einem Stelenhaus in dem die biografischen Einzelheiten festgehalten sind und schließlich das Grab selber, das auf dem höchsten Punkt der Anlage steht. Die Anlage ist unglaublich groß und durch die vielen Grünflächen sehr idyllisch.

Fasziniert von der wunderschönen Anlage hab’ ich überhaupt nicht mehr auf die Zeit geachtet und war viel zu spät dran, um mit dem Boot noch rechtzeitig zurück zu kommen. Also musste ein Rollerfahrer her, der mich schnell und günstig von A nach B bringt. Das hat dann auch alles super funktioniert und ich saß schon eine halbe Stunde später im Bus nach Hoi An.

Dort hab’ ich dann auch direkt ein paar andere nette Sitznachbarn kennengelernt, mit denen ich mich zusammen auf die Hostelsuche begeben hab’. Das wurde eine ziemlich lange und nervige Angelegenheit, weil alles ausgebucht war. Als wir dann endlich was gefunden hatten und nach dem Einchecken wieder losmarschiert sind, haben wir schnell den Grund gefunden: Full Moon Festival in Hoi An! Das war ein einmaliger Anblick eines nicht enden wollenden Lichtermeeres aus kleinen Papierlaternen im und entlang des Flusses. Gutes Essen, Musik und jede Menge traditioneller Tänze haben uns einen perfekten Willkommensabend beschert.

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