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Mythos Dracula: Was wirklich hinter dem Grafen & seinem Schloss steckt

Bei unserer letzten Reise nach Transsilvanien durfte ein Ausflug zum Dracula Schloss natürlich nicht fehlen. Wir wussten, es steht in einer kleinen Gemeinde namens Bran (Törzburg) im siebenbürgischen Landkreis Brasov (Kronstadt). Voller Vorfreude und Vampirgeschichten im Kopf haben wir uns auf den Weg zu diesem schaurigen Ort gemacht.

Was wir nicht wussten war, dass Graf Dracula hier nie gelebt hat. Er war auch kein Vampir und wenn man ehrlich ist, hat es ihn nie gegeben. Nichts desto trotz wird das Schloss Bran, oder auch Törzburg genannt, als Dracula Schloss angepriesen und entsprechend vermarktet.

Über das Schloss

Auch wenn die Realität einen dicken Strich durch die Vampirrechnung macht, ist der Anblick auf das alte Gemäuer sehr eindrucksvoll. Auf einem Felsen oberhalb der Stadt bietet es einen freien Blick auf die Karpaten und die Walachei. Obwohl es nicht -wie in unserer Vorstellung- von Dunkelheit, dichtem Nebel, Gewitterwolken und Blitzen durchzogen wird, ist es dennoch verständlich, dass Bram Stoker es als Inspiration für seinen Dracula Roman verwendet hat.

 

Genau diesem Roman hat das Schloss seinen Vampir Mythos zu verdanken. Graf Dracula wird zwar erwähnt, spielt  aber nur eine nebensächliche Rolle. Die wahre Geschichte rund um diesen Ort erfährt man bei einer ausgiebigen Besichtigung der vielen verwinkelten Flure und Räume, die sich über verschiedene Stockwerke ziehen. Am besten ist es an einem Wochentag hierher zu kommen, um den großen Besuchermassen bestmöglich aus dem Weg zu gehen. Man munkelt bereits seit letztem Jahr, dass das Schloss zum Verkauf steht, es lassen sich aber keine offiziellen Angaben hierzu finden.

 

Neben dem Schloss, hat Bram Stoker hier auch Inspiration für seine Vampirfigur gefunden. Durch den ungarischen Professor Arminius Vámbéry (Tanz der Vampire lässt grüßen) hat er von Vlad dem Dritten gehört und dessen vermeintlichen Charakter zu Graf Dracula gemacht.

Über den Grafen

Vlad der Dritte erhielt aufgrund seiner Familie den Beinamen Drăculea und wird auch Vlad Dracul genannt, was sich mit „Sohn des Drachen“ übersetzen lässt. Sein Vater Vlad der Zweite war scheinbar Mitglied des Drachenordens, wodurch sich das Tier auch im Herrschersiegel wieder findet.

Drăculeas zweiten Beinamen „Țepeș“ hat er aufgrund seines Widerstandes gegen das Osmanische Reich erhalten. Er war bekannt für seine blutigen Schlachten und man erzählt sich, er sei ein wahrer Tyrann gewesen, der für  40.000 – 100.000 Todesopfer verantwortlich ist. Das Töten soll ihm große Befriedigung verschafft haben und seiner Folterkreativität waren keine Grenzen gesetzt. „Țepeș“ bedeutet „Pfählern“ und beschreibt zugleich seine Lieblingsfolter. Da es für diese Erzählungen aber keine konkreten Beweise gibt, wird die Geschichte um Vlad Dracul/Vlad Țepeș wohl für immer eine Legende bleiben. Fakt ist aber, dass er nie im Schloss Bran gelebt hat, sondern lediglich als Gefangener für kurze Zeit dort war.

Geboren ist er gegen 1431 im siebenbürgischen Kreis Mureș. Die kleine Stadt namens Schäßburg (Sighișoara) beherbergt sein Geburtshaus, das zwischenzeitlich ein Restaurant in seinem namen führt. Zudem gibt es hier ein wunderschönes historisches Zentrum, das 1999 zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt wurde.

 

Mehr Bilder von Schäßburg / Sighișoara findet ihr in diesem Bilderbeitrag.

Auch wenn Graf Dracula von Herrn Stoker erfunden wurde und sein Vorbild Vlad Dracul keine langen Schneidezähne hatte, lohnt sich die Entdeckung seiner Spuren allemal. Transsilvanien ist ein wundervoller Flecken Erde, der weitaus mehr zu bieten hat als Vampirgeschichten.

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