Skip to content

Mit Mr. Ley über den Stausee

Heute haben wir uns auf den Weg von Vientiane nach Vang Vieng gemacht und dabei per Zufall eines der schönsten Erlebnisse hier in Laos gehabt. Begonnen hat alles mit der schier unmöglichen Suche nach dem richtigen Bus innerhalb des mehr als chaotischen und unübersichtlichen Busbahnhofs. Kurz vor knapp haben wir das rostige, kaputte Gefährt ohne Türen gefunden und mussten feststellen, dass er schon komplett voll war. Grosse Rucksäcke und kein Sitzplatz auf einer zweistündigen Fahrt über durchlöcherte Straßen, versprach erstmal ein riesen Spaß zu werden. Nach einer Weile sind zum Glück einige Fahrgäste ausgestiegen und wir konnten uns setzen. Anjas Rucksack wurde vorne auf das Armaturenbrett gelegt, wodurch wir die ganze Fahrt zittern mussten, dass er durch die fehlende Tür nach draußen fliegt.

Was das Ganze aber wieder positiv gestaltet hat, waren die wunderschönen Karstberge des Nordens, die wir endlich zu sehen bekommen haben.

Weil wir uns auf dem Weg nach Vang Vieng den Nam Ngum Stausee anschauen wollten, sind wir zuerst nur bis Talat gefahren, wo uns der Bus sprichwörtlich “in the middle of nowhere” rausgelassen und unserem Schicksal überlassen hat. Mit einem kleinen Tuk Tuk sind wir dann in den winzigen Uferort Na Keun gefahren und konnten schon unterwegs den ersten Blick auf den wahnsinnig schönen Stausee werfen: Türkisenes Wasser und hunderte kleine Inseln, die ihn durchziehen.

Voller freudiger Erwartung auf eine Überfahrt nach Tha Heua, von wo aus man nach Vang Vieng kommt, sind wir am Ufer zur Bootsanlegestelle gelaufen. Die Ernüchterung hat leider nicht lange auf sich warten lassen, denn das einzige fahrende Schiffchen kennt Tha Heua nicht und kostet Unmengen an Geld.

Enttäuscht und traurig sind wir zurück zum Tuk Tuk spaziert, um wieder nach Talat zurück zu fahren. Unsere Hoffnung war dort einen Bus zu finden, der nach Vang Vieng fährt. Da der Tuk Tuk Fahrer kein Englisch konnte und unsere Problematik  nicht verstanden hat, hat er irgendjemanden angerufen und mir plötzlich das Handy ans Ohr gehalten. Am anderen Ende der Leitung war ein sogenannter Mr. Ley den ich gefragt hab’, wie wir nun wieder hier weg kommen. Nach ein paar guten Tipps und einer verzweifelten Toilettensuche später, stand Mr. Ley plötzlich mit seinem Motorroller und 5 fehlenden Fingern vor uns. Ihm ist spontan eingefallen, dass er selber auch ein kleines Boot hat mit dem er uns gerne für wenig Geld und einer Fahrtdauer von ca. 4 Stunden über den See nach Tha Heua schippern würde.

Da standen wir also nun mit der Option auf sein fragwürdiges Boot zu steigen und zu hoffen, dass er es ehrlich meint oder eben zurück nach Talat zu fahren und nicht zu wissen, wie und wann wir nach Vang Vieng kommen. Eine wirklich fiese Zwickmühle. Die unglaubliche Schönheit des Sees in Kombination mit unserer heutigen “no risk-no fun”- Einstellung hat uns tatsächlich auf sein wackeliges, undichtes Long-Tale steigen lassen. Das war die beste Entscheidung überhaupt und hat uns das großartigste Erlebnis überhaupt beschert.

Mr. Ley hat uns eine Bambusmatte ins Boot gelegt, auf der wir es uns richtig gemütlich machen und dieses wunderschöne Land um uns herum aufnehmen und genießen konnten. Wir waren in diesem großen und stillen Gewässer die einzigen Menschen weit und breit und hatten die ganze Überfahrt lang ein unglaublich starkes Gefühl von Glück, Zufriedenheit und Freiheit – das kann man nicht beschreiben, das muss man erleben.

In Tha Heua angekommen ist Mr. Ley, der sich typisch laotisch als super nett und bemüht entpuppt hat, mit uns ausgestiegen, hat sich seine Handy Sim-Card aufgeladen und uns einen Pick-Up nach Vang Vieng organisiert. An einem kleinen Laden des Dorfes haben wir zusammen mit der Verkäuferin gewartet und sind, nach einer weiteren Stunde Fahrt durch die Berge, in Vang Vieng angekommen.

Kaum dort haben wir von einem anderen Backpacker schon einen super Tip für ein günstiges Guesthouse bekommen und konnten daher direkt zum wohlverdienten Abendessen übergehen. Für morgen haben wir uns für eine spannende Adventure-Tour angemeldet auf die wir uns schon sehr freuen.

Be First to Comment

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *