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Jaisalmer – Ein Traum aus Sandstein

Unsere Hoffnungen wurden erfüllt: Nachdem die erste Fahrt mit dem Nachtzug die reinste Tortur war, haben wir die Zweite als super angenehm empfunden. Eine wohlig warme 6-er Kabine mit geschlossenen Fenstern und netten Mitfahrern. Zum einen haben wir unseren Franzosen vom Affentempel wieder getroffen und zum anderen einen völlig verpeilten aber liebenswürdigen Spanier namens José kennengelernt. Beide haben ihre Reise ebenfalls in Delhi begonnen und völlig verschieden auf das Chaos dort reagiert. Der Franzose hat vor lauter Panik und für viel zu viel Geld eine komplett organisierte Rundreise in einem dieser dubiosen Reisebüros gebucht. José hingegen ist direkt aus Delhi geflüchtet und hat sich in den nächsten Nachtzug nach Jaisalmer gesetzt. Er hat sich uns spontan angeschlossen und die komplette nächste Woche mit uns verbracht.

Als Dreier-Gespann ging es dann vom Bahnhof in die Stadt. Zuerst mussten meine beiden Männer allerdings unseren Pick-Up kräftig anschieben, damit wir vom Fleck kamen. In Jaisalmer angekommen, waren wir erstmal überwältigt: Es ist wie ein Traum aus 1001 Nacht. Eine Wüstenstadt par excellence!

Unser Hostel -in dem José sich auch gleich niedergelassen hat- liegt innerhalb des Jaisalmer Forts und hat eine gemütliche Dachterasse, inklusive traumhaften Ausblick auf das Meer aus Sandstein und die dahinterliegende Wüste Thar. Hier haben wir die ersten Stunden verbracht und uns mit einem leckeren Lunch gestärkt. Anschließend sind wir durch die kleinen, bunten Gassen spaziert und haben uns bis zum Hindu- und Jain-Tempel treiben lassen. Leider war schon alles geschlossen und wir sind direkt weiter zum Fort. Dort haben wir uns alles ausgiebig angeschaut und die Aussicht vom Dach des Palastmuseums genossen. Ringsherum liegen überall große, runde Felsbrocken, die bei Bedarf einfach einen Schubs bekommen, um eventuelle Angreifer zu erschlagen. Da José uns zu einem Audio Guide überredet hat, haben wir auch viel über die Geschichte von Jaisalmer gehört, was super interessant war.

Zum Abschluss des Tages haben wir noch Jaisalmers einst einzige Wasserquelle Gadi Sagar besucht, die mittlerweile ein wunderschöner See geworden ist. Ein wanhsinnig friedlicher Ort, umgeben von Sandstein und Tempeln. Hier sind wir eine ganze Weile gesessen und haben das Treiben von Menschen, Kühen und Fischen beobachtet. Auf dem Rückweg zum Hostel haben wir zufälligerweise den Franzosen aus dem Zug wieder getroffen. Der schien schon wieder auf einen Verkäufer reingefallen zu sein, der ihm gerade “für ganz wenig Geld” die Stadt gezeigt hat.

Eigentlich hatten wir nicht geplant eine Kamelsafari in der Wüste zu machen, aber nach den vielen begeisterten Erzählungen der anderen Reisenden im Hostel, haben wir uns nochmal umentschieden. Morgen früh geht es los und wir sind schon sehr gespannt was uns dort erwartet.


 

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