Skip to content

Erste Eindrücke von Vientiane

Nachdem wir von unserem vermeindlichen Busfahrer am Hostel abgeholt und durch sehr zwiespältige Gassen zum Treffpunkt geführt wurden, hatte ich mein erstes Thailand déja-vu, da dieser Trip genauso begann wie mein damaliger Trip nach Pattaya. Zum Glück ging auch dieses mal alles gut und wir konnten es uns schon bald in unserem Reisebus gemütlich machen und anfangen unseren riesigen Vorrat an Süssigkeiten für die 15-stündige Fahrt zu futtern!

Kurz vor der Grenze haben wir zum ersten mal den Mekong gesehen. Genau hier hat die riesen Vorfreude der Ungewissheit Platz gemacht und wir haben begonnen den Trip mit allem was kommen mag zu genießen. Seien es die überfluteten Straßen, die unser Bus überwinden musste, die Identifizierung auf dem Einreiseschein als „Rasse weiss” (…wo gibt es denn bitte noch so was?…) oder die anscheinend frommen Laoten und Mönche, die uns verfolgen um heimlich ein Foto von uns zu schießen.

Nach einem unglaublich langen 3-Stationen Prozedere an der Grenze wurden wir in einen winzig kleinen laotischen Bus umgeladen und in die Hauptstadt gefahren. Die erste Mission war ein Hostel zu finden, die nach 2 besichtigten Absteigen, erfolgreich geglückt ist. Wir haben ein sehr nettes und vor allem relativ sauberes Zimmer für 30.000 Kip pro Person gefunden – das sind in etwa 2,50 Euro. Nach der lang ersehnten Dusche und einem ausgiebigen Frühstück haben wir beschlossen einen ersten Spaziergang durch die Stadt zu machen. Schon nach wenigen Minuten war klar: Die angekündigte Gemütlichkeit der Laoten trifft definitiv zu.

Auch abgesehen von den Menschen ist die Stadt an sich sehr viel ruhiger als in Thailand oder Indonesien. Man muss beim Überqueren der Straße keine Angst haben überfahren zu werden und kann überall gemütlich ein Beerlao genießen ohne riesen Lärmkegel im Hintergrund.

Unser erstes Ziel war das Vat Sisaket, das älteste erhaltene Kloster in Vientiane. Das Kloster an sich ist tatsächlich super erhalten weil es früher von den Siamesen als Lager für ihre Truppen genutzt und daher ausnahmsweise nicht zerstört wurde. Das Besondere hier waren die mehr als 10.000 Buddha-Statuen und Figuren, die aus unzähligen verschiedenen Tempeln des Landes stammen und im Krieg zerstört wurden. Dahinter gab es 1000 Nischen mit je zwei winzigen Figuren aus Holz, Metall, Keramik oder Stein!

Als nächstes haben wir uns das Ho Phra Keo, ein früheres Kloster mit kostbaren Stücken der laotischen Kunst, angeschaut. Auch hier stammt fast alles aus zerstörten Vats und es sind daher Opfer der verschiedenen Invasionen, die Laos erleben musste. Das Gebäude selbst wurde von den Siamesen zerstört und erst 1942 wieder aufgebaut. Auf jeden Fall sehr schön anzuschauen – mich fasziniert immer wieder mit wie viel Liebe zum Detail alles gestaltet wird.

Einen besonders schönen Rundumblick über die Stadt haben wir nach dem Aufstieg auf den Anousavari (ähnlich wie der Pariser Triumphbogen) bekommen und ausgiebig genossen. Das Lustige ist, dass die Laoten ihn mit Geldern erbaut haben, das sie von den USA  für den Ausbau eines Flughafens bekommen hatten. Daher wird er manchmal auch vertikale Rollbahn genannt.

Erinnern soll er allerdings an die vielen Soldaten, die in den Kriegen gefallen sind. Genau hier wurden Anja und ich von zwei jüngeren Mönchen unauffällig verfolgt und heimlich fotografiert.

Auf dem Weg zurück ins Hostel haben wir uns noch den That Dam, ein Opfermonument, angeschaut und uns anschließend auf den Weg zum Nachtmarkt gemacht, um ein paar typisch laotische Leckereien zu probieren. Das typische Essen haben wir zwar bekommen, aber über den Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Es war ok, hat uns aber nicht überzeugt! Mal schauen was wir in den nächsten zwei Wochen noch so probieren werden.

Nach einem gemütlichen Beerlao sind wir schließlich todmüde ins Bett gefallen und haben den fehlenden Schlaf nachgeholt.

Be First to Comment

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *